Der gesamte viergeschossige Bau ist unterkellert, und die hohen Kellerräume werden von Tonnengewölben auf rechteckigen Pfeilern überspannt. Das benachbarte Haus Nr. 4 ist jünger – es stammt aus der Zeit nach 1635. Es wurde teilweise auf dem Gelände des ehemaligen Kirchhofs errichtet.
Die Giebel der übrigen, heute nicht mehr existierenden Bürgerhäuser am Markt orientierten sich an der Ostfassade des Stargarder Rathauses, die 1654 umgebaut wurde. Ihr frühbarocker Giebel erhielt horizontale Gliederungen, die mit dem spätgotischen Westgiebel in Einklang gebracht wurden. Diese Lösung wurde zum Vorbild für den Stargarder Bürgerhausbau und blieb die folgenden hundert Jahre beliebt. Ein charakteristisches Merkmal der Stargarder Bürgerhäuser waren außerdem zweigeschossige Erker, die asymmetrisch zur Fassadenachse angeordnet waren. Dies unterschied die örtliche Architektur von der anderer pommerscher Städte.
Beide Häuser gehörten Kaufmannsfamilien und wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von der Stadt erworben. Nach den Zerstörungen von 1945 wurden ihre Innenräume in den 1960er-Jahren wiederaufgebaut und für Museumszwecke umgestaltet. Heute befindet sich hier der Sitz des Archäologisch-Historischen Museums in Stargard.
