Innerhalb des geplanten Netzes von Straßen und Quartieren für die Bürgerhäuser wurde der Markt abgesteckt, an dessen Südostecke die Pfarrkirche St. Marien errichtet wurde. Der Stargarder Markt lag jedoch nicht im topografischen Mittelpunkt der Stadt – ein Phänomen, das man auch in anderen pommerschen Städten findet. Dennoch war er dank der von ihm ausgehenden Straßen gut angebunden, die zum neu errichteten Pyritzer Tor und zu dem die Stadt durchquerenden Handelsweg zwischen Johannistor und Walltor führten.
Am Markt und in seiner unmittelbaren Umgebung konzentrierten sich alle wichtigen Funktionen des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und religiösen Lebens der Stadt. Die östliche Marktfront hatte repräsentativen Charakter, wovon die dort entstehenden Gebäude zeugten: die Kaufhalle, die später zum Rathaus umgebaut wurde, die Stadtwaage sowie Bürgerhäuser. Der Stadtobrigkeit lag viel an Ruhe und Ordnung auf dem Markt, weshalb sie einen Marktaufseher beschäftigte, der über alle Handelsangelegenheiten wachte. Zu seinen Aufgaben gehörten die Kontrolle von Qualität und Preis der auf den Markt gebrachten Waren, die Verwaltung der den Kaufleuten zugewiesenen Stände und Plätze sowie die Regelung der Marktgebühren.
