Altstädtischer Markt

Stargard erhielt 1243 das Magdeburger Stadtrecht. Damals entstand ein neues Zentrum, das südlich der früheren Siedlung angelegt wurde.

Innerhalb des geplanten Netzes von Straßen und Quartieren für die Bürgerhäuser wurde der Markt abgesteckt, an dessen Südostecke die Pfarrkirche St. Marien errichtet wurde. Der Stargarder Markt lag jedoch nicht im topografischen Mittelpunkt der Stadt – ein Phänomen, das man auch in anderen pommerschen Städten findet. Dennoch war er dank der von ihm ausgehenden Straßen gut angebunden, die zum neu errichteten Pyritzer Tor und zu dem die Stadt durchquerenden Handelsweg zwischen Johannistor und Walltor führten.

Am Markt und in seiner unmittelbaren Umgebung konzentrierten sich alle wichtigen Funktionen des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und religiösen Lebens der Stadt. Die östliche Marktfront hatte repräsentativen Charakter, wovon die dort entstehenden Gebäude zeugten: die Kaufhalle, die später zum Rathaus umgebaut wurde, die Stadtwaage sowie Bürgerhäuser. Der Stadtobrigkeit lag viel an Ruhe und Ordnung auf dem Markt, weshalb sie einen Marktaufseher beschäftigte, der über alle Handelsangelegenheiten wachte. Zu seinen Aufgaben gehörten die Kontrolle von Qualität und Preis der auf den Markt gebrachten Waren, die Verwaltung der den Kaufleuten zugewiesenen Stände und Plätze sowie die Regelung der Marktgebühren.

Nach der Verwaltungsreform und der Einführung neuer städtischer Vorschriften im Jahr 1853 begannen Modernisierungsarbeiten. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden der Marktplatz und die heutige Mieszka-I-Straße gepflastert, Granitbordsteine verlegt und Akazien gepflanzt. Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges wurde der Platz durch ein Denkmal für die im Krieg gefallenen Stargarder geschmückt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Übernahme durch die polnische Verwaltung verlagerte sich das Herz der Stadt vom Markt über die ehemaligen Stadtmauern hinaus – in die Umgebung des Bahnhofs. Der Grund dafür war, dass die Altstadt mit ihrer historischen Bebauung schwer zerstört worden war.

Praktische Informationen

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